Als Fotograf bewege ich ziemlich große Datenmengen hin und her. Schnelle Speichermedien sind deshalb ein absolutes Muss! Meine Arbeitsweise erfordert den Einsatz von transportablen, externen Laufwerken, die meist durch ihre Schnittstelle einem Tempolimit unterliegen. So entpuppt sich ein externer Datenträger schnell als der Flaschenhals des Workflows.

Wenn USB 3.0 nicht reicht

Ich arbeite mit einem Mac, der über eine schnelle Thunderbolt-Schnittstelle mit einem bidirektionalen Datendurchsatz von 20 GBit/s verfügt. Was liegt da also näher, als an dieser Datenturbine ein externes SSD-Laufwerk zu betreiben? Gell? Bei dieser Vorstellung sollte doch jedem Nerd das Wasser im Munde zusammen laufen. Leider kam sehr schnell die Ernüchterung (und der trockene Mund): der aktuelle Markt bietet derzeit weder fertige Lösungen, noch eine brauchbare Auswahl an externen Thundbolt-Gehäusen mit S-ATA Schnittstelle.

Kompromiss: MyPassport Pro

Bei einem Saturn-Bummel wurde ich fündig: ich stolperte über diesen kleinen Schatz aus dem Hause Western Digital. Das WD MyPassport Pro ist das Raid für die Hosentasche. Es ist wahlweise erhältlich mit 1TB, 2TB und 4TB Kapazität. Ich entschied mich vorläufig für die mittlere Variante. Das genügt für die laufenden Jobs.

Gleich nach dem Auspacken funkelt mich ein sauber verarbeitetes Gehäuse an. Gleich zwei Dinge fallen auf: weil sich im Innenleben gleich zwei 2,5″ Festplatten befinden, hat man es mit der doppelten Bauhöhe zu tun. Der Integrierte Lüfter verlängert das Gehäuse außerdem um ein paar Zentimeter. Aber das stört nicht weiter – die Platte ist gegenüber einem 3.5″-Bruder immer noch äußerst handlich und kommt ohne eigene Stromversorgung aus.

Der zweite Punkt ist das integrierte Thunderbolt-Kabel. Das ist gleichzeitig ein Plus- sowie Minuspunkt. Auf der einen Seite hat man das Kabel ganz gewiss immer dabei und muss niemals suchen. Auf der anderen Seite ist es im Falle eines Kabelbruchs nicht so leicht austauschbar. Außerdem ist es für mich als Benutzer eines iMacs nicht gerade komfortabel, bei jedem Einstecken die Buchse auf der Rückseite des Computers finden zu müssen. Da wäre es einfacher, einfach mal das Kabel aus der Platte zu ziehen, wie ich es vorher mit den USB-Varianten gemacht habe. Aber auch das soll mich nicht groß stören, denn mein Hauptaugenmerk liegt ja auf dem Tempo.

Tempo mit Raid 0

Nach dem Anschließen zeigt sich die Platte zuverlässig auf meinem Desktop. Mit der beigefügten Software „WD Drive Utilities“ lässt sich das gewünschte Raid-Leveln konfigurieren.

Unterstützt werden Raid 0 (Striping), Raid 1 (Spiegelung) und JBOD (separate Laufwerke). Da mein Fokus auf Leistung und Datendurchsatz liegt, wählte ich Raid 0. Hierbei werden zwei Festplatten wie eine große behandelt. Somit hat man das volle Tempo beider Festplatten zur Verfügung, da alle Daten „aufgespreizt“ auf beide Platten geschrieben werden.

Wichtig zu wissen: Man hat zwar das doppelte Tempo gegenüber einer einzelnen Festplatte, dafür aber auch nur noch halbe Datensicherheit. Denn wenn bei Raid 0 eine der beiden Platten ausfällt, sind i. d. R. alle Daten verloren. Aber auch das schreckt mich nicht, da meine externe Platte fortlaufend per TimeMachine gesichert wird.

Die Raid-Konfiguration des MyPassport Pro Laufwerkes ist einfach gehalten und erfordert minimales Fachwissen.

Die Raid-Konfiguration des MyPassport Pro Laufwerkes ist einfach gehalten und erfordert minimales Fachwissen.

Wer sich mit den einzelnen Raid-Leveln nicht auskennt, kann sich in der Wikipedia belesen (Direktlinks: Raid 0 / Raid 1 / JBOD).

Zu den Fakten

Nun zur Frage aller Fragen: lohnt sich die Anschaffung dieses Laufwerkes tatsächlich? Das will ich mit einem Benchmark-Tool heraus finden.

Für meinen ersten Test verwendete ich die Software „TRIM Enabler“. Die ist zwar von Haus aus für etwas anderes gedacht, bringt aber einen Leistungstest für Festplatten mit. Sehr bald wurde ich aber von einem freundlichen Leser auf die Fantasiewerte hingewiesen, die diese Software liefert (434 MB/s Lesegeschwindigkeit wären auch zu schön gewesen).

Also habe ich noch einmal neu gemessen und mich dieses mal auf das Programm „Blackmagic Disk Speed Test“ aus dem Apple Store verlassen.

Getestet wurde mit einer Datenmenge von 1GB. Ins Rennen schicke ich außerdem eine WD Passport Elements 2TB USB 3.0 und ein Modell von iomega mit 500GB USB 2.0.

Benchmark-Ergebnis WD Passport Pro 2TB

Lesen und Schreiben mit rund 190 MB/s. Das liegt unter meinen Erwartungen, kann sich aber sehen lassen.

Lesen und Schreiben mit rund 190 MB/s. Das liegt unter meinen Erwartungen, kann sich aber sehen lassen.

Benchmark-Ergebnis iomega 500GB USB 2.0

Mit schlappen 40MB/s liegt die USB 2.0 Festplatte von iomega ein klein wenig über den erwarteten Werten und ist gemessen an ihrer Spezifikation recht schnell.

Mit schlappen 40MB/s liegt die USB 2.0 Festplatte von iomega ein klein wenig über den erwarteten Werten und ist gemessen an ihrer Spezifikation recht schnell.

Benchmark-Ergebnis WD Passport Elements 2TB

Was ist denn da los? Trotz USB 3.0 liefert die WD Passport Elements schlechtere Werte als der Kandidat von iomega. Wurde da ein mieser Controller verbaut oder gar nur USB 2.0 hinter einer USB 3.0 Tarnkappe?

Was ist denn da los? Trotz USB 3.0 liefert die WD Passport Elements schlechtere Werte als der Kandidat von iomega. Wurde da ein mieser Controller verbaut oder gar nur USB 2.0 hinter einer USB 3.0 Tarnkappe?

Fazit

Die Messergebnisse haben den bereits gefühlten Performance-Schub bestätigt: Obwohl die letzten beiden Ergebnisse überraschen, ist die WD MyPassport Pro ein ganz weiter Sprung nach vorn. Und sobald wieder ein paar Taler locker sitzen, tausche ich die beiden Festplatten im Raid-Gehäuse durch SSD-Platten aus!

Zum Abschluss noch mal die Pro und Contras

[list icon=“icon: thumbs-o-up“]

  • Schnelle Thunderbolt-Schnittstelle
  • Hoher Datendurchsatz bei Raid 0
  • Raid-Level frei wählbar (0/1/JBOD)
  • Integriertes Kabel
  • Schickes Design
  • Kommt ohne separate Stromversorgung aus

[/list]

[list icon=“icon: thumbs-o-down“]

  • Integriertes Kabel im Schadensfall schwer auswechselbar
  • Bauweise größer als übliche externe 2,5″ Festplatten
  • Lüftergeräusch bei starker Last

[/list]

[autorbox]

Kommentare

Kommentare