Wer Adobe Photoshop Lightroom auf mehren Computern benutzt, möchte in der Regel immer über die gleichen Entwicklungs-Presets, Dateifilter usw. verfügen. Will man dies manuell bewerkstelligen, ist das bereits mit zwei Computern eine mühsame Angelegenheit. Handelt es sich um drei oder mehr Rechner, wird diese Aufgabe schier zur Last.

Lightroom per Cloud-Storage synchronisieren

Für Mac OS X Anwender habe ich dafür eine komfortable Lösung. Ein Internetanschluss und ein Cloud-Storage-Account (z. B. iDisk, GoogleDrive oder Dropbox) sind Voraussetzung. Ich selbst verwende die Dropbox. Der Client fügt sich gut ins System ein und man muss sich eigentlich um nichts kümmern, da alles automatisch im Hintergrund geschieht. Wer noch keinen Account hat, kann sich hier kostenlos einen eröffnen. Der Free-Account startet mtit 2GB (für Lightroom kommt Ihr damit ewig aus) und kann durch Empfehlungen auf bis zu 16GB aufgestockt werden. Welchen Anbieter Ihr Euch aussucht ist eigentlich fast egal. Wichtig ist, dass sich der Cloudspeicher nahtlos ins Dateisystem einfügt. Bietet der Provider z. B. nur Zugriff über ein Webinterface, ist der Dienst für die hier beschriebene Lösung ungeeignet.

Die Entwicklungs-Presets (links) sowie eigene Sortierungsfilter (rechts unten) auf allen Systemen Synchron zu halten, lässt sich ganz leicht und automatisiert mittels Cloud-Dateiserver realisieren.

Schritt 1: Das Preset-Verzeichnis finden

Diesen Schritt führen wir an dem Computer mit den aktuellsten Lightroom-Settings aus. Lightroom speichert alle seine Einstellungen innerhalb des Library-Verzeichnis des jeweilig angemeldeten Benutzers im Ordner „Lightroom“. Auf diese Weise kann jeder Benutzer seine eigenen Einstellungen verwalten. Diesen Ordner zu finden ist einfach: im Finder drückt man die Tastenkombination Shift+cmd+G. Wahlweise kann man auch aus dem Menü „Gehe zu -> Gehe zum Ordner…“ wählen.

Es erscheint ein Eingabefenster. Hier ganz einfach folgende Zeile eingeben:

~/Library/Application Support/Adobe

Dann auf „Öffnen“ klicken und schon befindet man sich im richtigen Verzeichnis. Hier solltet Ihr nun den Ordner „Lightroom“ finden, dazu später mehr. Obiger Dateipfad ist gültig bei OS X 10.9 (Mavericks) und kann abweichen. In diesem Fall gebt Ihr statt obiger Zeile einfach nur ein:

~/Library

und hangelt Euch von dort aus Vorwärts zum richtigen Pfad. Sobald Ihr den Ordner „Lightroom“ gefunden habt, seid Ihr vermutlich am Ziel. Bitte überprüft, ob sich im Lightroom-Ordner folgende Unterverzeichnisse befinden: Develop Presets, Filename Templates, Metadata Presets usw. Falls ja, handelt es sich um das korrekte Verzeichnis.

Schritt 2: Das Preset-Verzeichnis verschieben

Für diesen Schritt darf Lightroom nicht laufen, also bitte ggf. das Programm vorher beenden. Der Rest ist Kinderleicht: verschiebt das Verzeichnis „Lightroom“ in Eure Dropbox bzw. in das Verzeichnis Eures Cloud-Storage-Anbieters. Achtung: den Ordner unbedingt verschieben! Er darf für den nächsten Schritt nicht mehr an seiner ursprünglichen Position vorhanden sein. Nachdem Ihr den Ordner verschoben habt, sollte automatisch der Upload zum Cloud-Storage-Server beginnen.

Schritt 3: Das Lightroom-Verzeichnis verknüpfen

Nun erstellen wir einen sogenannten „Symbolic Link“ zum Lightroom-Ordner. Nerds dürfen dies gerne per Kommandozeile erledigen, ich erkläre hier den einfachen Weg für Klickibunti-User  ;-)

Man drückt die Tastenkombination alt+cmd und hält diese gedrückt. Nun klickt man auf den zuvor verschobenen Ordner „Lightroom“ und zieht diesen an seine Ursprungsposition, also dorthin, wo vorher das Original gelegen hat. Der Mauszeiger sollte sich dabei in einen gekrümmten Pfeil verwandeln – das Symbol für das Anlegen einer Verknüpfung.

Startet nun Lightroom. Wenn Ihr alles richtig gemacht habt, solltet Ihr keinen Unterschied feststellen. Nun können wir uns um die anderen Rechner kümmern.

Schritt 4: Weitere Verknüpfungen einrichten

Ihr habt bereits an allen Rechnern die Software Eures Cloud-Storage-Anbieters installiert, Euch mit Eurem Account angemeldet und alle Daten synchronisiert. Somit steht das Lightroom-Verzeichnis des ersten Rechners überall zur Verfügung. Wiederholt nun Schritt 1 und macht das Lightroom-Verzeichnis innerhalb Eures Mac-Benutzeraccounts ausfindig. Gefunden? Gut, dann könnt Ihr dieses Löschen. Achtet aber unbedingt darauf, dass Ihr vorher alle Presets und Einstellungen exportiert habt, die Euch wichtig und auf keinem der anderen Rechner vorhanden sind.

Nachdem Ihr den Ordner gelöscht habt, wiederholt Schritt 3: zieht eine Verknüpfung des Lightroom-Verzeichnis an die Position, von der Ihr das andere Verzeichnis vorher gelöscht habt. Wenn Ihr nun Lightroom startet, solltet Ihr die gleichen Presets und Einstellungen vorfinden, wie am ersten Rechner.

Diese Prodezur könnt Ihr nun für alle Rechner wiederholen. Egal, an welchem Rechner Ihr nun arbeitet und etwas an den Settings ändert: an allen anderen Rechnern werden diese Änderungen nun automatisch auch umgesetzt sein (ggf. müsst Ihr Lightroom vorher beenden und neu starten).

Achtung: Stolperfalle bei Wasserzeichen!

Die Lightroom-Settings sind nun zwischen allen Rechnern vollkommen synchron. Das Betrifft die Entwicklungseinstellungen, Metadaten- und Exportvorgaben sowie die Wasserzeichen. Mit den Wasserzeichen kann es zu Problemen kommen, wenn Ihr an den verschiedenen Computern mit unterschiedlichen Benutzernamen arbeitet. Pure Text-Wasserzeichen werden weiterhin wie gewohnt funktionieren. Für grafische Wasserzeichen zählt das nicht, da sich Lightroom nur absolute Dateipfade zu den Grafiken merkt. Die einzige Lösung ist hier, die Grafiken ebenfalls im Cloudspeicher zentral abzulegen und auf jedem System die gleichen Benutzernamen zu verwenden. Ggf. muss man in den sauren Apfel beissen und die Benutzeraccounts angleichen.

Jedoch: selbst bei identischen Benutzeraccounts müssen die Wasserzeichen einmalig neu angelegt werden, da die Grafiken ja nun auf den Cloudspeicher umgezogen sind.

Hinweis für Windows-Benutzer

Windows ist leider nicht meine Welt, deswegen konnte ich für dieses System keine Lösung erarbeiten. Aber Du bist Windows-Benutzer und kennst die Lösung? Dann schreibe doch einfach selbst einen Blog-Artikel und nenne mir den Link, damit ich darauf verweisen kann. Du hast keinen Blog? Kein Problem, wir können Deine Lösung auch gerne hier veröffentlichen.

Schlusswort

Ich arbeite an zwei Rechnern an unterschiedlichen Orten und möchte diese automatische Synchronisierung nicht mehr missen. Ich hoffe, Euch macht sie ebenso viel Freude! Sollte ich etwas unverständlich beschrieben haben, freue ich mich über eine Nachricht.

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